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Aus Homeschooling wird Lernen auf Distanz

Es ist schon etwas länger her, dieser Beitrag des NRW Schulministeriums, aber man möchte den ungeliebten Wortbereich verlassen. Daher wird aus Homeschooling Lernen auf Distanz.

In der Folge entfällt die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht. Diesen Schülerinnen und Schülern sollen Lernangebote für zu Hause gemacht werden (Lernen auf Distanz).

Quelle

Wortklaubereien sind verfehlt, Homeschooling wird nie Lernen auf Distanz

Ich war noch nie ein Freund von Wortklauberei, deshalb fehlt mir in der aktuellen Situation das Verständnis für diese Haarspaltereien. Lernen ist Lernen, es findet zuhause statt und Lehrer sind die Eltern. Daher ist das, was man nun Lernen auf Distanz taufen möchte klassisches Homeschooling oder eben auf Deutsch Heimbeschulung. Zudem wird hier die Rolle von Eltern, ohne die dies nicht möglich wäre, kleingeredet.

Statt also Heerscharen von Juristen und Linguisten mit solchen Spitzfindigkeiten zu beschäftigen, wäre es sinnvoller, an Schulkonzepten zu arbeiten, die auch bei weiteren Pandemien oder neuen Corona-Pandemiewellen stattfinden können. Das vermeindlich aus Deutschland belächelte Land Türkei erweist sich als sehr fortschrittlich, was App- Beschulungen und vor allem Unterricht angeht, der diesen Namen auch verdient.

Die Türkei macht vor, wie Homeschooling per Staatsapp aussehen kann

Da werden in der Grundschule auf dem Portal eba und den zugehörigen Apps werden alle möglichen Fächer nicht nur rumpfunterrichtet. Für die Grundschule sind das Türkisch, Biologie, Englisch, Sozialwissenschaften, Wissenschaftsunterricht. Religionsunterricht gibt es auch, aber auf einer extra Plattform. Dagegen ist der deutsche Deutsch- und Matheunterricht in der Krise langweilig, altbacken und wenig kindgerecht. Ein Beispielsvideo zu “Naturkatastrophen” findet ihr hier.

Ich habe die App eba auf YouTube vorgestellt:

Warum ich das schreibe? Weil das den Rückstand unserer Kultusministerien und Schulministerien verdeutlicht. Und damit auch die ach so tollen Worte von Ministern relativiert: Die Vernachlässigung der Schulpflicht wird durch schöne Worte nicht aufgehoben.

Frau Gebauer in NRW schreibt:

Wenn es um Bildung geht, dann zählt jeder Tag

Quelle

dann fragt man sich, warum in den letzten Jahrzehnten es offenbar egal war, dieses Land und diese Kinder für Pandemien und Schulschließungen und die digitale Zukunft zu rüsten. Zählte dort nicht jeder Tag?

Karl Lauterbach an Frau Gebauer

Karl Lauterbach hatte hierzu die passende Antwort:

Schöne Worte verhindern keine Pandemien. Und deshalb wird aus Homeschooling auch keine Schule auf Distanz. Diese Klischierung ist ein vorhersehbarer Versuch, die Realitäten zu verschleiern und die Begehrlichkeiten der Eltern so gering wie möglich zu halten.

Ehrliche Worte hingegen wären bei Eltern sicher besser aufgehoben und würden die Ängste, Unsicherheiten und Probleme eher erklären oder gar beseitigen lassen.

michael langhans

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